Liebe Leser(innen)

In letzter Zeit schreibe ich sehr unregelmässig und nicht besonders einfallsreich meiner Meinung nach.

Mir liegt es im Moment einfach nicht so besonders für diesen Blog zu schreiben. Mir fehlt die Inspiration oder ich kann mich im Augenblick nicht so inspirieren lassen – je nach Sichtweise.
Ich denke, ihr habt das sicher auch schon bemerkt.

Jedenfalls sieht es so aus als ob das eine längere Phase geben wird. Daher werde ich mich etwas vom Blogschreiben zurückziehen.

Vielleicht eröffne ich später einen neuen Blog der mir mehr thematische Freiheiten einräumt. Einer, wo ich frei von der Leber weg philosophieren kann oder mich mit Lebensmittel beschäftigen oder Reiseüberlegungen anstellen kann oder, oder, oder,…
Versteht ihr was ich meine? Da kann ich mich dann vom Leben an sich inspierieren lassen und nicht „nur“ vom Buchhandel.

Damit wir uns richtig verstehen: Ich liebe den Buchhandel und den Beruf und bin glücklich dass ich ihn ausüben darf.
Aber meine Gesamtinteressen gehen darüber hinaus. Und die sind einfach schwierig in einem Blog unterzubringen der mehrheitlich nur vom Buchhandelsalltag erzählt.

Oder aber ich finde wieder genügend Ansporn diesen Blog weiterzuführen. Mal sehen.

Jedenfalls bedanke ich mich von Herzen bei meinen treuen Leserinnen und Lesern und verabschiede mich mal für längere Zeit.

Vielen Dank für Euer Verständnis. Eure Nessie

Man kann Krieg provozieren…

…oder versuchen ihm auszuweichen.

Ich freue mich das ihr hier seit.

Ein Satz und hundert Möglichkeiten ihn auszusprechen.

Mit unserer Stimmlage können wir sehr stark beeinflussen wie etwas bei einer anderen Person ankommt. Das funktioniert nach der Regel „Aktion – Reaktion“. So wie beinahe alles was wir tun oder sagen.

Wenn wir also frech zu Kunden sind, reagieren sie häufig eben so frech. Wenn die Kunden genervt in den Laden kommen, müssen wir uns zusammenreissen (gelingt nicht immer) nicht ebenso genervt zu antworten. Kommt jemand gut gelauntes daher, hebt das meistens auch die Stimmung der anderen.

Kürzlich habe ich einer Arbeitskollegin Rückmeldung zu ihrer letzten Kundenbedienung gegeben. Ich fand dass sie etwas hart reagiert hat. Sie fand es überflüssig darüber zu reden.

Rein hierarchisch gesehen bin ich nicht unbedingt befugt Kritik auszuüben. Trotzdem finde ich es enorm wichtig miteinader zu reden wenn einem etwas auffällt. Man kann sich ja nur verbessern. Und die Filialleiterin sieht nicht immer alles und geht nicht immer wegen jeder Lappalie zu den Leuten. Wir sind ja schliesslich eigenständige Menschen.

Vielleicht habe ich es nicht im richtigen Tonfall gesagt. Vielleicht hätte ich es ins Witzige ziehen sollen. Andererseits finde ich, wir bilden Lernende aus und müssen sie korrigieren. Also sollten wir auch selber fähig sein korrigiert zu werden.

Das ist meine persönliche Meinung. Wie seht ihr das?

 

Kundenkarten-App

Jeder kennt das: Man sammelt von überall Kundenkarten und verstaut sie im Portemonnaie. Der Geldbeutel wird dicker und dicker und lässt sich schliesslich kaum noch schliessen. Was macht man? Man sortiert entweder jene Karten aus die man nicht oder wenig braucht (und nervt sich wenn man mal spontan in den Laden geht) oder man kauft sich ein zusätzliches Kartenetui oder Portemonnaie oder ähnliches und verstaut seine Karten dort.

Nun haben irgendwelche Genies die Kundenkartenapp Stocard erfunden. Man lädt sie auf sein Smartphone oder IPhone herunter und stellt alle seine Karten die einen Strichcode haben, rein. Die Karten können künftig zu Hause bleiben.

Das Handy hat man meistens dabei, die Karten nicht unbedingt.

Das als Tipp von meiner Seite. Ich hoffe es erleichtert euer Leben etwas.  😉

alte Bücher zu Hause

Zwischendurch fragen immer mal wieder Leute: „Ich habe so enorm viele alte Bücher zu Hause und weiss nicht wohin damit. Wegschmeissen will ich sie nicht. Haben Sie mir einen Tipp?“

Da sehr viele Leute dieses Problem kennen sind hier nun jene Tipps die ich bisher gesammelt habe:

  • Einzelne Bücher im Zug oder Bus aussetzen. Irgendwer hat vielleicht Freude daran.
  • Öffentliche Bücherschränke berücksichtigen. Bitte achten Sie aber auf deren Regeln.
  • Antiquariate anfragen – Achtung: nicht alle nehmen alles! Hausräumungen oder ähnliches sind auch eher eine Seltenheit.
  • In der Schweiz gibt es die Bücher-Brocky (www.buecher-brocky.ch) welche verschiedene Standorte in der Schweiz hat. Da kann man auch Bücher abgeben.
  • Manchmal nehmen auch Bibliotheken gut erhaltene Bücher an. Da gibt es aber sicher unterschiedliche Bedingungen (sie haben es noch nicht; es wird die Leute interessieren; etc)
  • etc.

Falls Ihr sie doch wegschmeissen müsstet – bitte denkt daran: Buchblock von Kartonumschlag trennen (leider, leider heisst das, dass man das Buch auseinanderreissen muss… äusserst traurig 😦 ) dann kann man Papier und Karton recyceln.

Ich hoffe das hilft einigen von euch weiter.

Ansichtsexemplare

Häufig findet man in einer Buchhandlung Bücher die in durchsichtige Cellophanfolie eingefasst wurden. Und häufig haben dann Kunden auch das Gefühl, dass es das Ansichtsexemplar ist (womit sie meist richtig liegen) und dementsprechend nicht käuflich ist (was meist nicht stimmt).

Viele Bücher – nicht alle – werden in Folie eingeschweisst geliefert. Da der Kunde im Normalfall aber gerne reinschauen möchte, packen wir es aus. Damit es trotzdem verkaufsfähig bleibt packen wir es zum Schutz in Einfassfolie ein.

Das selbe geschieht bei Büchern mit heiklen Umschlägen die leicht beschädigt werden können oder die erfahrungsgemäss schnell irgendwelche Kratzer oder Dellen haben. Durch das Einfassen reduziert man die Beschädigungsgefahr beträchtlich.

Da wir leider nicht von jedem einzelnen Buch mindestens zwei Exemplare am Lager haben können, kommt es vor dass man nur das eingefasste Stück im Regal findet.

Wer dann trotzdem findet Iiiiih! Das wurde bestimmt schon von hundert Händen angefasst! dem bestellen wir sehr gerne ein neues Exemplar. Es wird möglicherweise nicht eingeschweisst kommen, bereits eine Delle von der Lieferung im Angebot inbegriffen sein und die Hände von Lieferanten und Buchhändlern werden auch schon mit dem Buch Freundschaft geschlossen haben.

Es gibt aber auch jene Kunden die extra dieses Exemplar kaufen weil sie wissen das es so besser geschützt ist und bei ihnen zu Hause entsprechend länger lebt.

Ich weiss nicht ob alle Buchhandlungen es so machen. Aber unsere Filialen auf jeden Fall.

Wo sind die Augen?

Im Moment sind wir sehr beschäftigt mit Lagerbereinigung, aufräumen, neue Bücher bestellen etc. Während dieser Zeit fragt man sich häufiger „Haben unsere Kunden Augen oder Löcher im Kopf?“. Zugegeben das fragen wir uns auch ab und zu durchs Jahr aber im Januar, dem grossen Räumungsmonat, fällt es einfach mehr auf.

Das beste ist, man kann den Kunden meist nur zusehen und den Kopf schütteln.

Beispiele:
– Kunde nimmt ein liegendes Buch vom Tisch blättert darin herum und stellt es zwei Titel weiter links auf. Der Kunde selbst hat sich keinen Zentimeter bewegt.
– Er nimmt ein Buch aus dem Regal, liest auf dem Rücken um was es geht und stellt es frontal vor ein komplett anderes Buch. Manchmal sogar wenn wir direkt daneben stehen und er es uns zurück geben könnte.
– Er kommt in den Raum und fragt wo die Guinnes World  Records Bücher sind während er gleich daneben steht.
– Die Kundin fragt nach der Kinderbuchabteilung während sie mitten in Bilderbüchern, Teddys und Vorlesebüchern steht (also schon da ist).
– Kundin sagt nach einem flüchtigen Blick in die Runde laut: „Hier hat es keine Sitzgelegenheit.“ Ein Regal weiter steht der nächste Sessel.
– Kunde steht vor dem Regal und fragt: „Ist das irgendwie geordnet?“ während jedes einzelne Tablar eine leuchtend rote Beschriftung trägt.

Manchmal ist es verständlich, manchmal komisch und manchmal einfach nur dumm.

Bitte öffnet doch eure Augen und strengt euer Hirn kurz an. Dann werden wir auch weniger schnell graue Haare haben.

Umtausch

Nun sind die Feiertage vorbei, die Geschenke verteilt worden. Darunter hat es ab und zu auch eines das entweder bereits vorhanden ist, nicht gefällt oder sonst etwas nicht gut ist. Also was tut man als nächstes? Umtauschen.

Folgende Grundregeln gelten meist bei einem Umtausch:
– Quittung / Beleg muss mit dabei sein
– Das Produkt muss in verkaufsfähigem Zustand oder nachweislich nicht vom Kunden beschädigt worden sein (Herstellungsfehler, Materialfehler, etc)

Meist findet man ganz unten auf dem Beleg die Rücknahmebedingungen wo steht was vom Umtausch ausgeschlossen ist resp. was benötigt wird damit der Umtausch geht.. Manchmal auch eine Rückgabefrist.

Falls keine Rückgabefrist steht, finde ich ist es dennoch selbstverständlich dass die Ware innerhalb von 2-3 Wochen zurückgebracht wird und nicht erst nach einem halben Jahr.
Denn im Grunde genommen verliert jedes Produkt mit jedem Tag an Wert und in einem halben Jahr kann viel mit dem Artikel gemacht worden sein. Zu viel.

Ausgenommen sind natürlich Dinge die fehlerhaft produziert wurden.
Wenn also zB. in einem Buch mittendrin ein paar Seiten fehlen, der Buchblock verkert herum geleimt wurde, beim zurechtschneiden der Seiten ungenau gearbeitet wurde usw.

Zur allgemeinen Info: Ein Geschäft ist nicht verpflichtet die Ware zurückzunehmen.
Meistens macht man es aus Goodwill und für die Kundenzufriedenheit und Kundenbindung.
Und ob der Kunde es dann nur umtauschen kann wenn er etwas anderes nimmt oder ob es einen Gutschein oder sogar Bargeld gibt, ist die Entscheidung des Geschäfts.

Also stänkert nicht zu sehr herum, bezeichnet uns nicht als Saftladen oder beleidigt Verkäuferinnen. Sagt lieber einmal Danke und nehmt an was man euch gibt.